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Wie wir beim Essen betrogen werden...
Thilo Bode Copyright: Susanne Schleyer
Thilo Bode, Autor von »Abgespeist«
...und was wir dagegen tun können
Wenn ein Autohersteller Fahrzeuge mit defekten Bremsschläuchen ausliefert, dann ist eine sofortige Rückrufaktion selbstverständlich. Genauso verdonnert sind Hersteller, Schadensersatz zu zahlen, wenn es zu Unfällen wegen der mangelhaften Bremsen kommt. Wenn Urlauber ein Hotelzimmer mit Blick aufs Meer gebucht haben, aber vor ihrem Balkon eine Müllkippe entdecken, werden sie den Reiseveranstalter verklagen und angemessen entschädigt. Und wenn der Stromverbrauch der Waschmaschine nach einem Jahr plötzlich doppelt so hoch ist wie angegeben, gilt die Garantie: Geld zurück oder ein neues Gerät.

Das ist ganz selbstverständlich. Doch was in anderen Bereichen gilt, trifft ganz und gar nicht für den Nahrungsmittelmarkt zu. Beim Einkaufen von Lebensmitteln und beim Essen werden wir systematisch getäuscht und betrogen. Wir werden nicht informiert, mehr noch wir werden gezielt desinformiert – und wir Konsumenten haben praktisch keine Rechte, um uns dagegen zu wehren.

Lebensmittelskandale gab es in den letzten Jahren in einer nicht abreißenden Serie. Seit langem ist der Lebensmittelskandal nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall Doch kein Skandal hat die Machtlosigkeit der Verbraucher besser illustriert als die Rinderseuche BSE, die in Deutschland 2001 offiziell wurde, obwohl sie schon lange vorher präsent war. Über 150 Menschen starben an BSE in Großbritannien, niemand wurde dafür belangt. BSE war es, das mich damals zum ersten Mal fragen ließ: welche Rechte haben Verbraucher eigentlich beim Essen? Wer hat auf dem Lebensmittelmarkt die Macht – die Verbraucher oder die Agrar- und Lebensmittelindustrie - auf Kosten der Verbraucher? Wer ist hier der Souverän? Haben Verbraucher eigentlich die Möglichkeit, sich zu wehren? Und wenn nicht, was kann man dagegen tun?

+++AM 8.09. erscheint Thilo Bodes neues Buch: Die Essensfälscher.
Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen+++

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Rette ich die Welt (oder wenigstens den Regenwald), wenn ich Döner esse anstatt zu McDonald’s zu gehen? Ist es moralisch eher zu vertreten, sweatshop-freie Kleidung eines Unternehmens zu tragen, in dem sexuelle Belästigung an der Tagesordnung ist? Oder lieber doch Klamotten, die von Kindern genäht wurden? Und muss sich Lotte, das vermeintlich glückliche Biohuhn, in Wirklichkeit als Sklavin in einer Brandenburger Legebatterie verdingen?
Stefan Kuzmany ist all diesen Fragen im Selbstversuch nachgegangen und zeigt, dass richtig Konsumieren gar nicht so leicht, aber machbar ist. Und dass es äußerst unterhaltsam sein kann, darüber zu lesen.

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